Bei zahlreichen Auslandseinsätzen unterstützen die Feldjäger das jeweilige Einsatzkontingent durch die Wahrnehmung von militärpolizeilichen Aufgaben.
Von der Nordsee ins Baltikum Auch beim deutschen Kontingent des NATO Air Policing Baltikum fehlen die Kameraden mit dem Feldjägerstern und dem darauf beschriebenen Motto "Suum cuique" - jedem das Seine - nicht: Für die gesamte Dauer des deutschen Einsatzes mit Stationierungsort in Litauen stellt die Feldjägertruppe permanent drei Soldaten. Vor Ort überwachen die Feldjäger nicht nur das Verhalten deutscher Soldaten, sondern arbeiten auch eng mit den lokalen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, mit der Militärpolizei und der örtlichen Polizei zusammen. Alle 21 Tage wird gewechselt, so dass insgesamt vier Teams des Feldjägerdienstkommandos aus Wilhelmshaven im litauischen Siauliai vor Ort sein werden. Den ersten Durchlauf stellen Hauptmann Carsten F., Hauptfeldwebel Olaf J. und Oberfeldwebel Ingo S. Jeder von ihnen besitzt bereits durch SFOR, KFOR und ISAF ausgiebig Erfahrung mit Auslandseinsätzen.

Auf Streife in der Fußgängerzone "Während des Vorauskommandos wurden wir von den Niederländern, auf etwaige Hot-Spots – also mögliche Gefährdungspunkte - gebrieft und mit den litauischen Kontaktstellen vertraut gemacht. Immer montags treffen wir uns mit der lokalen Polizei, an diesem Donnerstag zusätzlich mit dem litauischen Staatsschutz. Die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut, die Sprachbarriere ist dabei nur ein kleines Problem", versichert der Hauptmann. Die niederländischen Luftstreitkräfte hatten die Verantwortung für das NATO Air Policing über den baltischen Staaten am 30. Juni an die Luftwaffe übergeben. Die drei Feldjäger verstehen sich zudem als zentrale Ansprechstelle für alle Soldaten, die in irgendeiner Form Hilfe benötigen. Die Rufbereitschaft besteht 24 Stunden am Tag.

Im Gespräch mit Kontingentangehörigen In der Fußgängerzone Siauliais Täglich gehen die Feldjäger mehre Streifen durch die Stadt. Vorwiegend am Abend, denn dann befinden sich verstärkt Deutsche außerhalb des Lagers. Ein Hotel in der Stadt, in dem auch einige der Kontingentssoldaten untergebracht sind, ist heute ihr Ausgangspunkt. Der Hauptmann erklärt, dass zwar bei jeder Streife die sogenannten "Hot-Spots" angelaufen werden, die Wegroute jedoch häufiger variiert wird. Ausgerüstet sind die Soldaten der Feldjägerstreife mit einem eigens angemieteten Fahrzeug, dass mit abnehmbaren Blaulicht und Magnetschildern mit der Aufschrift "Military Police" ausgerüstet ist. Die Hinweisschilder in Landessprache für ihr Dienstfahrzeug, welche sie für die Einheimischen leichter identifizierbar machen soll, werden bereits erwartet.

Feldjäger an ihrem Einsatzfahrzeug Einmal in der Woche steht für die drei "Ordnungshüter" auch ein Abstecher in das 160 Kilometer entfernte Kaunas auf dem Programm. Hier befinden sich die deutschen Jägerleitoffiziere, die zusammen mit den litauischen Soldaten, die Flüge der deutschen Jagdflugzeuge F4-F Phantom über dem Baltikum leiten.

Der Hauptmann der deutschen Feldjäger mit dem Vertreter einer örtlichen Sicherheitsfirma Für die Sicherheit anderer Ihr erster Weg führt den Hauptmann und seine beiden Portepeeunteroffiziere an diesem Abend in die Diskotheke "Mega". Man erkundigt sich bei einem der Türsteher ob es Vorfälle gegeben hat, an denen Bundeswehrsoldaten beteiligt waren. Dieser verneint jedoch. Während die Feldjägerstreife ihren Gang durch die Fußgängerzone der Stadt weiter fortsetzt, bleibt öfter einmal der ein oder andere Litauer am Rand stehen und schaut den ausländischen Uniformen hinterher. "Die Begegnungen mit der Zivilbevölkerung waren alle freundlich und nett" so Carsten F. über die Reaktion auf ihre Präsenz. Im Restaurant "Captain Morgan" treffen die drei auf die ersten deutschen Soldaten an diesem Abend. Der kurzen Unterhaltung folgt dann noch schnell die Bitte, doch daran zu denken, sich am Abend in die Hotelliste einzutragen und nach 21 Uhr nur zu dritt unterwegs zu sein. Das sind jedoch nur zwei von vielen weiteren Verhaltensregeln für die deutschen Soldaten in Litauen, deren Sicherheit die Aufgabe der Feldjäger ist . Nur bei Beachtung der Regeln wäre auch schnell Hilfe möglich. Und dann setzt die Streife ihren Weg wieder weiter fort. Es ist Stadtfest in Siauliai und da sind lange Wege zu laufen.