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Eine ganz normale Nacht mit unserer MP

Veröffentlicht von HD am 01.03.2002

Prizren. Die Stromgeneratoren singen ihr einsames Lied, Ruhe ist eingekehrt im Feldlager. Alle Kameraden, egal welcher Nation und Dienstgruppe schlafen. Doch HALT, wirklich ALLE? Um die Sicherheit aufrecht zu erhalten und uns vor bösen Überraschungen zu schützen, ist die „Nachtschicht“ unserer Feldjäger unterwegs. Doch STOP, da ist ja noch jemand! MAZ&More. Unser Redakteur und Fotograf ist diese Nacht dabei, um unseren Kameraden einmal über die Schulter zu schauen und um zu erfahren, was sich Nachts so tut.

Gegen 17.30 Uhr macht sich die heutige Streife für die Nachtschicht bereit. Auf dem heutigen Plan stehen neben Kontrollen des Marketender, Kraftfahrzeug-, Personen- und Objektkontrollen.

Die Kameraden bereiten sich gewissenhaft vor. Die Maglite-Taschenlampe, Waffen, diverses Feldjägerzubehör und die Funkverbindung zur Militärpolizeistation werden überprüft. Der eingeteilte Dienstgruppenführer für die heutige Nacht, ist Oberleutnant Gregor Sch.
Zusammen mit Stabsunteroffizier Martin E. bildet er ein verlässliches Team. Neben diesen Beiden sind noch weitere vier Feldjägerstreifen unterwegs. Als erstes werden heute Kraftfahrzeugkontrollen in PRIZREN und Umgebung durchgeführt. „Dies ist keine schöne aber eine wichtige Aufgabe“ erklärt uns Stabsunteroffizier E. „Denn bei Aufgaben wie dieser, sind wir im Prinzip Dienstleister für alle Soldaten. Schließlich dient so eine Kraftfahrzeugkontrolle unser aller Sicherheit. Und wenn wir dabei dann auch noch die Bordausstattung überprüfen, können unsere Kameraden sicher sein, dass sie im Falle eines Unfalles ihre Unfallstelle vernünftig absichern können.

Nach den Kraftfahrzeugkontrollen, bei denen auch die eine oder andere Personenkontrolle mit durchgeführt wurde, geht es weiter zur Objektkontrolle. Hierbei fährt die Feldjägerstreife zu unregelmäßigen Zeiten durch die Stadt PRIZREN. „Wir schauen halt auch in der Nacht nach dem Rechten“, erklärt uns Oberleutnant Schäfer den Grund dieser Fahrten.

Nachdem die Objektkontrolle beendet ist, geht es in das Feldlager PRIZREN. Hier sind die Betreuungseinrichtungen die ersten Anlaufpunkte auf dem Steifenweg. Meistens sind wir eine halbe Stunde vor dem Zapfenstreich im Feldlager und beginnen unsere Runde. „So kann jeder noch in Ruhe sein Bier austrinken und sich auf den ´Heimweg` begeben“, erklärt der Streifenführer.

In der ´Oase´ ist bereits alles ruhig. Auch in der ´San Shine Bar´ ist die Betreuungscrew gerade dabei abzuschließen. Auf unserem Weg zum Marketender zücken die Militärpolizisten an einigen Punkten ihre Taschenlampen, um sich einen genauen Überblick zu verschaffen. Nachdem wir am Marketender angekommen sind, werden die Tür und die Container gewissenhaft auf Verschluss und Beschädigung überprüft. All dies geschieht präzise, routiniert und stets so, dass eine gegenseitige Sicherung gewährleistet ist. Per Funk wird eine Routinemeldung an die Militärpolizeistation angesetzt.

Hier laufen die Fäden zusammen. Diese Funktion wird in dieser Nacht von Oberfeldwebel Thorsten G. wahrgenommen. „Ebenfalls alles ruhig, Ende“, beendet er den Funkspruch. Weiter geht´s.
„Wie steht es denn mit der Disziplin unserer Feldlagerbewohner“, wollen wir von Oberleutnant Sch. wissen. „Im Feldlager gibt es keine nennenswerten Probleme. Die Soldaten sind sehr diszipliniert“, antwortet er uns auf unsere Nachfrage.

Nach diesem ersten Streifengang für heute Nacht, kehren die Männer zur Militärpolizeistation zurück. Zu unregelmäßigen Zeiten erfolgen in dieser Nacht noch weitere Streifengänge, bis die Tagschicht am nächsten Morgen ihren Dienst antritt.

Heute Nacht ist alles ruhig und unspektakulär. Das dies im Feldlager und der Stadt PRIZREN so ist, kann getrost auch auf den Dienst unserer Feldjäger zurückgeführt werden. Schließlich können alle Soldaten und die Honoratioren der Stadt ruhig schlafen, weil jede Nacht Männer ´auf der Wacht´ sind.

 

Text: Hauptmann H. G. Bender

Aus der Feldzeitung der Bundeswehr für das Kosovo und Mazedonien ‘Maz & More’, Ausgabe 94 vom 06.03.2001.

Mit freundlicher Genehmigung der MAZ & More-Redaktion.

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