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Der Feldjägerstandort Stetten am kalten Markt (Stetten a.k.M.)

Veröffentlicht von HD am 27.05.2002

Lage:

Standort Stetten 01 in Der Feldjägerstandort Stetten am kalten Markt (Stetten a.k.M.)

Stetten a.k.M.

Stetten a.k.M. liegt im Bundesland Baden-Württemberg in einer schönen Landschaft im Herzen des Naturparks „Obere Donau“ auf der Hochfläche des Heubergs (zwischen 640 m und 866 m) und gehört mit seinen rund 5.500 Einwohnern zum Landkreis Sigmaringen. Bekannt geworden ist Stetten a.k.M. vor allem als Militärstandort am Truppenübungsplatz Heuberg. Stetten a.k.M. liegt am Süd-Ost-Rand des Truppenübungsplatzes.

 

Bundeswehr:

Der Truppenübungsplatz Heuberg wurde 1910 durch das badische Armeekorps errichtet. 1946 wurde Stetten a.k.M. französische Garnisonstadt und blieb dieses bis zum Abzug der französischen Einheiten im Jahr 1997. Die Bundeswehr ist seit 1959 am Standort vertreten. Obwohl in den frühen 90er Jahren ca. 2.500 Soldaten aus Stetten a.k.M. abgezogen wurden, ist Stetten a.k.M. immer noch mit zur Zeit 2.280 Soldaten der zweitgrößte Bundeswehrstandort in Baden-Württemberg.
Zur Zeit sind folgende Einheiten in der Albkaserne und im Lager Heuberg in Stetten a.k.M. stationiert:

  • Stab Feldjägerbataillon 750
  • 1.Kompanie Feldjägerbataillon 750
  • 6.Kompanie Feldjägerbataillon 750 (Ausbildungskompanie)
  • Panzergrenadierbataillon 294 mit allen Kompanien
  • Instandsetzungsbataillon 210 (soll abgezogen werden)
  • Kampfmittelbeseitigungskompanie 21
  • Sanitätszentrum Stetten a.k.M.
  • Standortverwaltung Stetten a.k.M.
  • Truppenübungsplatzkommandantur Heuberg
  • Sonstige kleinere Dienststellen und Mob-Einheiten
Standort Stetten 02 in Der Feldjägerstandort Stetten am kalten Markt (Stetten a.k.M.)

Stetten a.k.M.

Der Truppenübungsplatz Heuberg wird neben den allgemeinen übenden Truppenteilen auch häufig durch das Kommando Spezialkräfte (KSK) aus Calw, durch die internationale Fernspähschule aus Pfullendorf, durch Spezialeinsatzkräfte der Polizei, durch den Bundesgrenzschutz und durch den Zoll genutzt. Und wenn auf der Panzerstraße neue BMW der 5er und 3er Klasse einen Schleuderkurs absolvieren, das sind das keine Testfahrer, sondern Feldjäger, die hier von der Feldjägerschule zum Personenschützer ausgebildet werden.
Am anderen Ende des Truppenübungsplatzes, also am Nord-West-Rand, liegt der höchste Luftwaffenstandort von Deutschland (940 m), die Garnison Messstetten mit der Zollernalb Kaserne. Hier sitzen Radarflugmelder in einem Bunker und schauen in den Himmel. Sie überwachen den Luftraum von Süddeutschland. Das Radargerät steht auf dem Weichenwang bei Messstetten und sieht aus wie ein riesengroßer Golfball (Schutzhülle um das Radar). Die großen Sende- und Empfangsantennen, mit denen die Soldaten im unterirdischen Gefechtsstand Kontakt zu den Piloten der Abfangjäger halten, stehen auf dem Truppenübungsplatz. Ferner gibt es in Messstetten noch 2 Kompanien eines Luftwaffenfernmelderegiment, die jetzt aber zur Streitkräftebasis gehören und die Richtfunkstrecken der Bundeswehr betreiben. Ihre Masten mit den Richtfunkantennen stehen ebenfalls auf dem Truppenübungsplatz und der weiteren Umgebung. Weiterhin gibt es noch in Messstetten eine Geophysikalische Beratungsstelle, eine Truppenambulanz und sonstige kleinere Dienststellen, die zusammen eine Gesamtstärke von ca. 1.400 Soldaten ausmachten. Im Zuge der Bundeswehrreform soll die Stärke auf 710 Soldaten abgebaut werden.

 

Verkehrsanbindung:

Stetten a.k.M. verfügt über keinen eigenen Bahnhof. Der nächste Bahnhof ist Storzingen. Im Bahnhof Storzingen verkehrt die Regionalbahn: Tübingen – Balingen – Albstadt-Ebingen – Sigmaringen täglich in der Zeit von 05.57 Uhr bis 21.55 Uhr im Zwei-Stundentakt. Vom Bahnhof Storzingen gibt es von Montag bis Freitag eine Busverbindung (Linie 90) nach Stetten a.k.M. die aber am Tag nur 4 Fahrten in jeder Richtung durchführt und eher für Schüler der Schulen in Stetten a.k.M. gedacht ist.

Der nächste Bahnhof des Fernverkehrs ist Sigmaringen. Hier laufen Schienenverbindugen aus Freiburg, Friedrichshafen, Memmingen, München, Stuttgart, Tübingen und Ulm zusammen. Von Sigmaringen gibt es eine Busverbindung nach Stetten a.k.M. die zwar auch nicht optimal ist, allerdings gibt es am Sonntagabend 4 Busverbindungen vom Bahnhof Sigmaringen zur Albkaserne nach Stetten a.k.M., die letzte um 23.59 Uhr.
Mit dem Auto ist Stetten a.k.M. über die Bundesstraße 483 – Balingen – Albstadt – Sigmaringen zu erreichen. Leider gibt es auch in der weiteren Umgebung keinen Autobahnanschluss, so, dass Stetten a.k.M. nur über Bundes- und Kreisstraßen erreicht werden kann. Der nächste Autobahnanschluss ist die BAB 81 Stuttgart – Singen mit der Ausfahrt Oberndorf am Neckar Richtung Balingen und weiter auf der Bundesstraße 483.

 

Freizeit in Stetten a.k.M.:

Stetten a. K. M. verfügt über ein relativ gutes Angebot für Freizeit, Spiel und Sport. An Sporteinrichtungen sind in Stetten a.k.M. zu finden: Hallenbad, Sportstation, Tennishalle und -plätze, Skilift, Loipen, Minigolf, Kegelbahn und Skaterpark. Ferner gibt es schön angelegte Wander-, Reit- und Radwege und idyllisch gelegene Grillplätze.

In Stetten a.k.M. gibt es eine Vielzahl von Vereinen, unter anderem auch ein Modelleisenbahnclub.

Das Soldatenfreizeitheim Haus Heuberg darf natürlich nicht vergessen werden.

 

Die Umgebung:

Standort Stetten 03 in Der Feldjägerstandort Stetten am kalten Markt (Stetten a.k.M.)

Stetten a.k.M.

Die nächste größere Stadt ist die 15 km entfernte Kreisstadt Sigmaringen. Schon vom weiten sieht man das Schloss Sigmaringen, das seit 1535 im Besitz der schwäbischen Hohenzollern sich befindet. Zu besichtigen sind die Prunkräume und die Waffensammlung. Bei Sigmaringen beginnt das Obere Donautal, zum Wandern, Rad fahren und Klettern ideal. Ferner gibt es in Sigmaringen die Graf-Stauffenberg-Kaserne, die unter anderem den Stab der 10. Panzerdivision und die 5. Kompanie des Feldjägerbataillon 750 mit dem Feldjägerdienstkommando beherbergt.

In der Kaserne in Sigmaringen sind ca. 2000 Soldaten stationiert.

Ein weiterer Bundeswehrstandort ist Hohentengen, östlich von Sigmaringen. Hier ist auf einen ehemaligen Fliegerhorst eine Abteilung eines Luftwaffenausbildungsregiment stationiert. Der Fliegerhorst wird heute von Privatfliegern genutzt.

Südlich von Sigmaringen liegt die Garnisonstadt Pfullendorf. Hier ist unter anderem die Internationale Fernspähschule und die Fernspählehrkompanie 200 stationiert.

Unbedingt aufsuchen und besichtigen soll man die Burg Hohenzollern (zwischen Albstadt und Tübingen bei Hechingen). Wer von den Wanderungen (die Bundeswehr spricht von Geländemärschen) noch Blasen an den Füssen hat, kann sich mit Kleinbussen auf die Burg fahren lassen.
Für Feldjäger ist es ein unbedingtes „Muss“ die Burg Hohenzollern zu besichtigen, war doch hier der Mann begraben, der am 24.11.1740 das Reitende Feldjägercorps schuf. Seinen Gardestern tragen heute noch die Feldjäger. Sein Leichnam wurde nach der Wiedervereinigung mit einer Feldjäger-Kradeskorte nach Potsdam überführt.

Weitere größere Städte zum bummeln, flanieren und einkaufen sind Albstadt-Ebingen, Balingen, Tübingen, Reutlingen und Metzingen, die alle nördlich des Truppenübungsplatzes liegen. Metzingen ist der geheim Tipp für Personenschützer, da Metzingen für seinen Fabrik- und Lagerverkauf von hochwertiger Bekleidung (Boss, Joop, Bogner, Cerruti, Escada um nur einige zu nennen) bekannt ist und man hier so manches Schnäppchen machen kann.

Weiter gibt es in der Umgebung auf der schwäbischen Alb viele Höhlen (Bärenhöhle, Nebelhöhle, Friedrichshöhle u.s.w.) zu besichtigen. Ferner Museumseisenbahnen (Dampflokfahrten), Pferdezucht, so wie weitere Burgen und Klöster (Beuron), die zur Besichtigung bzw. Benutzung einladen.
Auch die hervorragende Gastronomie soll hier erwähnt werden und natürlich gibt es auch Diskotheken.

Weitere Informationen zum Standort Stetten am kalten Markt finden Sie u.a. hier:

HW, Mai 2002

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