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Opferwürfe für den Straßenkampf

Veröffentlicht von HD am 20.10.2002

Major Andreas S. trainiert Personenschützer im Nahkampf

Prizren (mad) – „Mokuso!“ – „Jamei-rei!“ Mit der traditionellen Konzentrations- und Begrüßungszeremonie beginnt das Nahkampftraining der Personenschützer. Bereits nach wenigen Minuten perlt den drei Feldjägern und ihrem Trainer der Schweiß von der Stirn. Wurf-, Schlag-, und Tritttechniken stehen ebenso auf dem Trainingsplan wie Würge-, Hebel und Befreiungstechniken.

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Techniktraining bei der Nahkampfausbildung: aus der Gruppe der Opferwürfe der Tomoe Nage (Kopfwurf)

Major Andreas S. lehrt die Personenschützer in den asiatischen Kampftechniken zwei mal wöchentlich in einem Nebenraum der Sporthalle in Prizren. Das Ziel der Ausbildung liegt mehr in der Qualität, denn in der Quantität. „Im Zentrum des Trainings stehen einige wenige Techniken, die wir dafür drillmäßig üben“, beschreibt der 39-Jährige die Idee, die hinter der Weiterbildungsmaßnahme steckt. Seit seinem 16. Lebensjahr betreibt S. Kampfsport und beherrscht die Techniken aus Judo, Tae Kwon Do und Jujutsu.

Mit einer Mischung dieser drei Kampfsportarten bereitet der Stabsoffizier aus der Abteilung G1 die Personenschützer so vor, dass diese im Einsatzfall auf verschiedenste Gegner reagieren können. „Mir macht die Arbeit mit den Jungs großen Spaß, und ich war sofort bereit, sie zu trainieren. Vor allem deshalb, weil sie für mich mehr als nur Kameraden sind“, so der Trainer, der 1988 Hessenmeister wurde und bei den internationalen deutschen Jujutsu-Meisterschaften den 3. Platz im Schwergewicht belegte. Hinter der Ausbildung stecke nicht nur eine Verfeinerung der Kampftechniken und der körperlichen Fitness, sagt er. Die Personenschützer sollten auch ihr Selbstbewusstsein schulen.

Eher per Zufall hat sich die Gruppe für das Nahkampftraining zusammengefunden. Im Gespräch erfuhren die drei Feldjäger, dass S. Kampfsport betreibt und vereinbarten mit ihm die Weiterbildungsmaßnahme.

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Training

Nahkampftechniken – für Personenschützer ein wichtiges Instrument, um im Fall der Fälle gerüstet zu sein. Denn bei einem Zugriff „besteht das Risiko, dass man selbst an jemanden gerät, der etwas auf dem Kasten hat“, so Personenschützer Oberfeldwebel Thorsten H. Um so verwunderlicher, dass das Training der Einsatztechniken im Dienstbetrieb eher stiefmütterliche Beachtung findet. Die Nahkampfausbildung während der Laufbahnlehrgänge und in der Einsatzvorbereitung reicht nach Meinung vonTorsten H. nicht aus, um wirklich fit zu sein. Deshalb sind die Personenschützer unisono froh, jetzt durch die privat organisierte Fortbildungsmaßnahme ihre Kampftechnik während des KFOR-Einsatzes verfeinern zu können.

 

Text: MAZ & More
Fotos: Korol

Aus der Feldzeitung der Bundeswehr für das Kosovo und Mazedonien ‘Maz & More’, Ausgabe 148 vom 20.03.2002.

Mit freundlicher Genehmigung der MAZ & More-Redaktion.

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