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Das Barettabzeichen und „Suum Cuique“

Veröffentlicht von HD am 11.07.2003

Der „Schwarze Adlerorden“

Schwarzer Adlerorden-158x160 in Das Barettabzeichen und Suum Cuique

Der Schwarze Adlerorden

Am 17.01.1701 wurde der „Hohe Orden vom Schwarzen Adler“ von Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg am Tage vor seiner Selbstkrönung zum König Friedrich I. von Preußen gestiftet. Als Motto des Ordens wählte er „Suum Cuique“ (lateinisch, Jedem das Seine).
Dieser „Schwarze Adlerorden“ war der höchste preußische Orden, den der König von Preußen vergab.

Der Schwarze Adler Orden war kein Verdienst-, sondern ein Ritterorden, und zunächst dem Adel vorbehalten. Mit diesem Orden belohnte der König Verdienste, die ihm selbst oder Mitgliedern seiner Familie geleistet wurden. Auch an befreundete Souveräne wurde der Orden als Zeichen der Verbundenheit verliehen.

Mit Änderung der Statuten durch König Friedrich Wilhelm IV. am 20.Februar 1848  erhielten nichtadelige Ordensritter mit der Verleihung die Erhebung in den Adelsstand. Der Orden hatte nur eine Klasse, konnte aber als Steigerung noch mit Kette oder Brillanten verliehen werden.

Die preußischen Prinzen erhielten den Orden bei ihrer Geburt, legten diesen aber zunächst erst erst nach ihrer Konfirmation, mit der Statutenänderung durch König Friedrich Wilhelm IV. dann zusammen mit ihrer ersten Offizieruniform zum vollendeten zehnten Lebensjahr an.

Vor dem ersten Weltkrieg gehörte zum Orden eine eigene Zeremonialkleidung, die bei festlichen Anlässen getragen wurde. Ein roter, himmelblau gefütterter Samtmantel, der durch goldene Schnüre auf der Brust zusammengehalten wurde, hatte auf der linke Seite den Ordensstern.

 

Der Gardestern

Die Garde des Königs von Preußen erhielt als Abzeichen einen Stern, der in der Ausfertigung für die Offiziere dem Stern des „Schwarzen Adlerordens“ entsprach. Mannschaften trugen eine einfachere Ausführung aus Neusilber ohne farbige Emmaillierung.

Mit Allerhöchster Kabinettordre vom 01.12.1847 erhielten auch die Reitenden Feldjäger die Erlaubnis, den Gardestern am Helm und auf der Satteldecke zu tragen. Ab 1903 war die Kartusche (Meldetasche) ebenfalls mit einem Gardestern verziert.

 

Das Barettabzeichen

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Barettabzeichen Feldjäger

Aus den Parallelen zu den Aufgaben des Reitenden Feldjägerkorps und der heutigen Feldjägertruppe resultiert das Barettabzeichen der Feldjägertruppe, der Gardestern. Dieser achtzackige Stern und die Inschrift des friederizianischen Herrschaftsmottos („Suum Cuique“) gehen eben auf den genannten Gardestern zurück, den die Feldjäger ab 1847 tragen durften. Der Bundesadler im Zentrum des Abzeichens und die Nationalfarben symbolisieren die Einbindung in den demokratischen Staat.

Nach Aufstellung der Bundeswehr 1955 trugen die Feldjäger den Gardestern, statt der später befohlenen Kragenspiegel, am Revers.
Seit Einführung des Baretts tragen die Feldjäger den Gardestern an der Kopfbedeckung.

 

„Suum Cuique“ – („Jedem das Seine“)

Die Devise des Schwarzen Adlerordens und die Inschrift des Barettabzeichens der Feldjäger lautet „suum cuique“.
Sie ist einem Satz des römischen Politikers, Anwalts, Schriftstellers, Philosophs und Redners Marcus Tullius Cicero (03.01.106 v. Chr. – 07.12.43 v. Chr.) entnommen.

Cicero sagte:

„Justitia in suo cuique tribuento cernitur.“

„Die Gerechtigkeit erkennt man daran, daß sie jedem das seine zuerteilt.“

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