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Generaloberst Ludwig Beck – Ein Soldatenleben zwischen Pflichterfüllung und Widerstand

Veröffentlicht von HD am 11.07.2003

Einleitung

Vieles ist geschrieben worden über den Generalstabschef und spätere zentrale Identifikationsfigur des deutschen militärischen Widerstandes: Generaloberst Ludwig Beck. Oftmals wurde er hochstilisiert zu einer Apologieperson der deutschen Offiziertradition. Dabei wurde aber zu oft historische Wahrheit einer epischen Verklärung geopfert, die Beck mit positiven Attributen überhäufte. Aufgrund seiner dokumentierten Intelligenz und seiner Veranlagung zum systematischen und differenzierten Denken wurde oft unterstellt, daß Beck von Anfang an ein Gegner der NS-Ideologie und des Regimes, personifiziert in der Gestalt Adolf Hitlers, war.

Zu häufig mußte Beck herhalten, wenn es darum ging ethische Grundsätze und Traditionen der Demokratie mit dem Mantel des Widerstandes gegen ein Unrechtsregime zu verknüpfen. Dabei war und wurde Beck niemals Demokrat. Ihn Vordenker der Demokratie zu nennen wird weder Becks Vermächtnis, noch dem Geist der Demokratie förderlich sein. Beck war ein großer Mann, der in historischer Stunde handelte, wie es sein Gewissen forderte. Sein Leben endete mit dem Entschluß, den Tyrannenmord nicht nur zu billigen, sondern ihn zu forcieren. Oberflächlich beurteilt könnte man dies als einen Wandel betrachten: den Wandel eines in preußischer Pflichterfüllung handelnden Offiziers zu einem Zivilisten, der sich ganz dem Widerstand und der Beseitigung der nationalsozialistischen Herrschaft verschrieben hatte.

Daß diese oberflächliche Betrachtung zu kurz greift, sollen folgende Ausführungen belegen.

 

Biographie des Generaloberst Ludwig Beck

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Generaloberst Ludwig Beck

Ludwig August Theodor Beck wurde als zweiter Sohn am 29. Juni 1880 in Biebrich am Rhein geboren. Sein Vater, Dr. Ludwig Beck, war ein Eisenhüttenfachmann, der eine Eisengießerei betrieb. Der Vater war nicht nur ein erfolgreicher Unternehmer, sondern darüber hinaus ein auch als Wissenschaftler geachteter Mann. Seine Mutter war als eine kultivierte, elegante Dame mit außergewöhnlicher Liebenswürdigkeit und weiblichem Charme bekannt.

Beck wurde wie seine Brüder im Geist eines streng disziplinierten Humanismus erzogen. Bis auf den Vater waren die Familie Beck und auch die Familie der Mutter traditionelle Offiziersfamilien. Der Bruder seines Vaters und der Bruder seiner Mutter waren hessische Generäle, die im deutsch-französischen Krieg gedient hatten. So wurzelte Beck in zwei unterschiedlichen Traditionen – zum einen in der Tradition des wissenschaftlich/humanistisch geprägten Elternhauses – zum anderen in der Tradition einer Soldatenfamilie „die über mehrere Generationen hinweg den Offizierberuf fast als Verpflichtung angesehen hatte“.[1]

Dabei muß differenziert werden, daß es deutliche Unterschiede gab zwischen den Angehörigen des preußischen Offizierkorps und Becks Onkel, die Generäle des deutschen Kleinstaates Hessen waren. Die politische, militärische und gesellschaftliche Bedeutung der Armeen der deutschen Klein- und Mittelstaaten war eine völlig andere als die des preußischen Heeres. Während in der preußischen Militärmonarchie die Armee sich zum Herzstück des gesamten Staatswesens herausgebildet hatte, war sie in den kleineren Staaten mehr Dekoration des deutschen Partikularismus als tatsächliches politisches Machtmittel. In der Monarchie der Hohenzollern bekleidete das in strenger Pflichterfüllung gegenüber König und Staat aufgehende Offizierkorps die herausragende Stellung als erster Stand; in den übrigen deutschen Staaten galt dieser elitäre Charakter des Offizierberufes jedoch nur sehr bedingt.[2] Beck erlebte in seinem nationalliberalen Elternhaus die Hinwendung zu Preußen als Folge der erfolgreichen Politik Bismarcks, der mit seinen beiden Zielen der nationalen Einheit der Deutschen unter einer liberalen Staatsordnung den nationalen Wünschen und Sehnsüchten des Bildungs- und Besitzbürgertums entsprach.

Schon früh zeigte sich bei Beck der Wunsch Offizier zu werden. Am 12. März 1898 trat er als Fahnenjunker in Straßburg in das preußische Feldartillerieregiment 15 ein.
Die geforderten besten Eigenschaften des preußischen Offiziers – strenge und selbstlose Pflichtauffassung, die Anerkennung eines traditionsbewußten Ehrenkodex und die bedingungslose Loyalität zur Monarchie – waren Beck durch seine Erziehung im Elternhaus selbstverständlich. Sein hoher Bildungsstand unterschied ihn jedoch von anderen Kameraden, deren Interesse zumeist auf militärische Dinge beschränkt waren. Als junger Offizier leitete er selbst Lehrgänge, in denen die Fahnenjunker ausgebildet wurden. Beck legte großen Wert auf die Sprechweise und den mündlich gegebenen Befehl, der Klarheit und Entschlossenheit zum Ausdruck bringen sollte. Wurde die von ihm geforderte Klarheit und Entschlossenheit nicht erreicht, konnte Beck kalt und zynisch sein. So fragte er einen Fahnenjunker, der bei einer Aufgabe versagt hatte : „Und nun ? Ich schlage vor, Sie befehlen „Helm ab zum Gebet“ und lassen sich wegen Unfähigkeit pensionieren…“[3]

1908 wurde Beck zur Kriegsakademie nach Berlin kommandiert. Dies stellte die erste institutionelle Weiche für die Karriere des späteren Generalobersten dar. Nach Absolvierung der vorgeschriebenen Jahrgänge und dem üblichen zwischenzeitlichen Truppenkommando wurde er zum Hauptmann befördert und am 01.03.1912 in den großen Generalstab versetzt.

1913 verlobte sich Beck mit Amalie Pagenstecher, der Schwägerin eines Kameraden, die er auf einem Offizierball kennenlernte. 1916 kam es zur Hochzeit. Die Ehe galt als sehr glücklich. 1917 wurde die Tochter Gertrud geboren. Amalie Beck starb jedoch im November 1917 an Tuberkulose. Beck erhielt die Nachricht an der Westfront. Ihr Tod war für ihn, der eher als introvertiert einzuschätzen war, ein schwer zu verwindender Schlag. Beck kapselte sich fortan noch mehr ab und stürzte sich in seine beruflichen Pflichten und Aufgaben. Wie schwer ihn dieser Verlust getroffen haben muß, geht daraus hervor, daß er sich entschloß, nicht wieder zu heiraten.

Im ersten Weltkrieg diente Ludwig Beck als Generalstabsoffizier in verschiedenen Stabsverwendungen. Seine ausschließliche Verwendung in Stäben zeigte, daß „… Beck seinem Wesen nach primär ein Mann des Wägens, des Planens, der geistigen Führungstätigkeit und weniger ein Mann der Tat, des mitreißenden Schwungs eines Führers auf dem Gefechtsfeld war.“[4]

Beck wurde Ende 1918 zum Stab der Heeresgruppe „Deutscher Kronprinz“ versetzt, die von Kronprinz Wilhelm persönlich geführt wurde. Beck gewann in dieser Zeit die Achtung und Freundschaft Wilhelms, wie auch die des Chef des Stabes, Graf von der Schulenburg. In vielfältigem persönlichen Kontakt mit Wilhelm wurde seine monarchistische Überzeugung bestätigt und manifestiert. Beck hielt bis zu seinem Lebensende die Monarchie für die beste und geeignetste Staatsform für Deutschland.[5]

In den letzten Monaten des Krieges stand Beck unter einer immensen psychischen Anspannung. Zur drohenden militärischen Niederlage an der Front gesellten sich persönliche Schicksalsschläge. Im März 1917 starb sein Bruder Karl, wenige Monate später seine Frau und im August 1918 sein Vater. Unter diesen Umständen ist es nachvollziehbar, daß der Zusammenbruch der Armee und der Monarchie 1918 Beck in eine schon fast irrationale Verzweiflung stürzte.
Beck war überzeugter Anhänger der Dolchstoßlegende[6]: „… Im schwersten Augenblick des Krieges ist uns die (…) von langer Hand her vorbereitete Revolution in den Rücken gefallen. (…) Ich kenne keine Revolution in der Geschichte, die so feige unternommen wurde, und die (…) mit absoluter Notwendigkeit die schwere Not, in der wir schon längst stecken, noch vervielfacht hat, vielleicht zu völligem Untergang führt. Es ist ein Wahnsinn, einen Staat, der nur noch mit höchster Anspannung aller Kraft und bei völliger Erhaltung seines komplizierten Organismus aus der Niederlage in einen erträglichen Frieden und eine gesunde Friedenswirtschaft hinüberzuleiten war, nebenher noch zu revolutionieren. (…) Für einen Offizier wie mich und viele tausende, die das erleben, ist gerade dieser Niedergang unseres Heeres etwas Furchtbares. (…) Ein solcher Abgrund von Gemeinheit, Feigheit und Charakterlosigkeit, den hatte ich bis dahin für unmöglich gehalten. In wenigen Stunden ist eine 500jährige Geschichte zerschlagen worden, wie einen Dieb hat man den Kaiser nachts auf holländisches Gebiet abgeschoben, es konnte gar nicht schnell genug geschehen, dieser durch und durch edle, vornehme und sittlich hochstehende Mann“.[7] Hier enthüllt Beck einen – seine politische Naivität zeigenden – Widerspruch zwischen Emotion und Vernunft. Trotz seiner militärischen Kenntnis der Lage in den letzten Kriegsmonaten gelangt er nicht zu der Einsicht, daß die militärischen Rückschläge und die politische Reaktion darauf, Niederlage und Revolution unabwendbar gemacht hatten. Statt dessen beherrschte die Vorstellung von Betrug und Verrat wie ein Leitmotiv sein Denken, womit er die Dolchstoßlegende Hindenburgs und Ludendorffs antizipierte.

Bei Aufstellung des 100 000 Mann – Heeres der Reichswehr wurde Beck übernommen und diente in verschiedenen Verwendungen. Die herausragendste Leistung jener Jahre war die 1930 / 31 mit dem späteren General Karl-Heinrich von Stülpnagel[8] verfaßte Dienstvorschrift HDv 300/1 „Truppenführung“, die bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges die Grundlage für die Ausbildung des deutschen Heeres war.
Kennzeichnend für Becks Haltung war nach wie vor die Erfüllung seiner militärischen Pflichten und Aufträge, identifiziert mit der Weimarer Republik hatte sich Beck jedoch nie. „Daß sich der im Heer der neuen Republik der Reichswehr, dienende Offizier mit dem bestehenden Staat und vor allem der Staatsform nicht identifizieren konnte, war daher eigentlich selbstverständlich. Das Offizierkorps dieser Reichswehr verstand sich als Bewahrer der großen militärisch-machtpolitischen Tradition der ruhmreichen Vergangenheit, die es über eine schmachvolle und schwache Gegenwart in eine irgendeinmal anbrechende hellere Zukunft neuer deutscher Macht und Größe hinwegzuretten galt.“[9]
Am 01. Oktober 1933 wurde General Beck zum Chef des Truppenamtes der Reichswehr ernannt, das im 100 000 Mann – Heer an die Stelle des durch den Versailler-Vertrag verbotenen Großen Generalstabs getreten war und dessen Aufgaben in Friedenszeiten wahrnahm. Am 01. Juli 1935 wurde im Zuge der von Hitler betriebenen deutschen Aufrüstung das Truppenamt in den Generalstab umgewandelt. Beck wurde der erste Chef des Generalstabes des Heeres.


Beck und seine Beziehung zu Adolf Hitler

Das erste Zusammentreffen zwischen Adolf Hitler und Ludwig Beck geschah anläßlich eines Reichsgerichtsprozesses in Leipzig. Beck war damals Oberst und Regimentskommandeur des Artillerieregiments 5. Im Herbst 1930 wurden drei Offiziere seines Regiments des Hochverrats angeklagt, weil sie innerhalb der Reichswehr nationalsozialistische Propaganda betrieben und den Aufbau einer Parteizelle versucht hatten. Politische Betätigung in der Reichswehr der Weimarer Republik war für Soldaten verboten und Soldaten durften weder das aktive noch das passive Wahlrecht ausüben.

Beck verurteilte in seiner Zeugenaussage als Vorgesetzter dieser Offiziere zwar die pflichtwidrige parteipolitische Betätigung, identifizierte sich aber zum größten Teil mit den nationalen Aspekten der NS-Ideologie der Angeklagten. Adolf Hitler war beeindruckt von den rhetorischen und inhaltlichen Aspekten der Aussage Becks und ließ von seinem Adjutanten dessen Namen notieren: „… für später!“[10]

Auch Beck entwickelte große Sympathie für Adolf Hitler. Die Weimarer Demokratie verachtete er als „politisch, militärisch und wirtschaftlich schwache und ohnmächtige Republik“[11]. Im November 1923 schrieb er an einen ehemaligen Vorgesetzten aus dem Ersten Weltkrieg: „… die demokratische Beglückung ist am Ende ihres Lateins. Wir brauchen eine eiserne Führung, die sich wieder Autorität verschafft, zur Arbeit zwingt und dem Fleißigen Brot gibt“[12].
Als sich die Weltwirtschaftskrise abzeichnete und die Arbeitslosenzahlen in Deutschland in die Höhe schossen, bemerkte Beck 1929, daß „… Deutschlands einzige Hoffnung in der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten lag…“[13]

Als die NSDAP am 14. September 1930 ihren ersten großen Wahlerfolg hatte, teilte Beck die Begeisterung darüber mit den Nationalsozialisten. Er versuchte den Chef des Ministeramtes, General von Schleicher davon zu überzeugen, Hitlers Ernennung zum Reichskanzler zu forcieren. Die Ernennung am 30. Januar 1933 kommentierte Beck „… Ich habe den politischen Umschwung seit Jahren erhofft und freue mich, daß die Hoffnung nicht getrogen hat. Es ist der erste große Lichtblick seit 1918…“[14]

Diese Verstrickung mit der nationalsozialistischen Ideologie erscheint aus damaliger Sicht allerdings nicht sonderlich überraschend, teilte doch das Offizierkorps zahlreiche Kernaspekte der NS-Ideologie: betont nationale Positionen, kompromißloser Antimarxismus, militaristische Geisteshaltung, völlige Ablehnung des Versailler Vertrags und antiparlamentarische / antidemokratische Tendenzen.

Man darf nicht übersehen, daß Becks eigentliche Karriere erst begann, als Hitler Reichskanzler geworden war. Hitler ließ über den Reichswehrminister General von Blomberg, Beck mit der Führung des Truppenamtes betrauen. Beck kannte die Ziele der Nationalsozialisten. Schon wenige Tage nach seiner Ernennung zum Reichskanzler hielt Adolf Hitler am 3. Februar 1933 eine Ansprache an die Befehlshaber der Reichswehr, in der er seine Ziele darlegte: Erweiterung des deutschen Lebensraumes im Osten, autoritäre Führung, politische und wirtschaftliche Erneuerung, Entfaltung und Wiedergewinnung der militärischen Stärke Deutschlands, Wiedererlangung der Großmachtstellung. Hitler bat die Generäle um Unterstützung bei der Verwirklichung der Ziele der nationalsozialistischen Politik.

Schon bald aber geriet Beck in erste innenpolitische Konfrontationen mit den nationalsozialistischen Machthabern. Nach seinem Amtsantritt als Chef des Truppenamtes bemerkte Beck aggressive Tendenzen der Sturmabteilung (SA) der NSDAP. SA-Stabschef Ernst Röhm, ein Vertreter des sozialrevolutionären Flügels innerhalb der Partei, forderte nach der erfolgten „nationalen Revolution“ nun auch die „soziale Revolution“. Kernstück dieser „Befreiung von reaktionären Elementen“ war die Besetzung der wichtigsten Führungspositionen innerhalb der Reichswehr mit „treuen Kämpfern der SA“ Beck suchte die Zusammenarbeit mit der SA zu begrenzen, was in den von ihm ausgegebenen Weisungen deutlich wurde. Als dieser Prozeß schließlich eskalierte, bestätigte Hitler die „Wehrmacht als einzigen Waffenträger der Nation“. Es kam zu einer blutigen „Säuberungsaktion“. Heinrich Himmler, der als „Reichsführer SS“ bis dato mit seiner Schutzstaffel – im Vergleich zur SA – eine relativ unbedeutende Parteiorganisation führte, nutzte die Gunst seiner Stunde. In Zusammenarbeit mit Reichswehreinheiten entwaffnete die SS die SA-Einheiten und nahm höhere SA-Führer fest. Nachdem diese in von der SS kontrollierten Gefängnissen einsaßen, wurden sie von der SS erschossen. Beck nahm die Entmachtung der SA Ende Juni 1934 mit Befriedigung zur Kenntnis, war jedoch über die kriminellen Methoden des Diktators erschüttert. Sein Vertrauen und sein Optimismus schwanden. Bisher hatte er offen über die Hoffnungen gesprochen, die er in das Regime setzte; von nun an wich er politischen Diskussionen vorerst gänzlich aus.

Bereits im Sommer 1934 aber kritisierte Beck die Rassenverfolgung der NS-Diktatur. Durch die rohe und brutale Behandlung der Juden beschämt, äußerte Beck sein Bedauern, daß berühmte Wissenschaftler und Künstler zur Emigration gezwungen wurden. Die „Judenfrage“ war aber schließlich etwas, was seiner Ansicht nach, den Chef des Generalstabes nichts anging, der „über Politik zu stehen habe“[15].

Erst als bekanntgegeben wurde, daß Hitler Staatsoberhaupt und Oberster Befehlshaber der deutschen Streitkräfte sei und die Reichswehr einen neuen Eid auf die Person Adolf Hitlers leisten müsse, bestand Becks erste Reaktion darin, General Fritsch[16] aufzufordern, die Weitergabe dieses Befehls zu verweigern, was Fritsch ablehnte. Beck wollte daraufhin die Armee verlassen, wurde aber von Fritsch mit dem Hinweis, daß Hitler versprochen hatte die Integrität der Reichswehr nicht anzutasten überzeugt, den Eid abzuleisten. Beck betrachtete es als seine erste Pflicht, nun Deutschlands Wehrkraft zu stärken. Sein Pflichtgefühl hatte über seine persönlichen Vorbehalte gesiegt – und er hatte Hitler unbedingten Gehorsam geschworen. Rüchblickend hatte Beck sich nie verziehen, diesen Eid geleistet zu haben; er bezeichnete den 2. August 1934 als den „… schwärzesten Tag meines Lebens“[17].

Beck vertrat weiterhin energisch die Interessen des Militärs, was hinsichtlich der SS-Verfügungstruppen[18] deutlich wurde, die auf einen engen Rahmen beschränkt blieb – „nicht zuletzt dank Beck.“[19]

1938 kam es dann allerdings zum innenpolitischen Eklat: Generalfeldmarshall Blomberg teilte seine Vermählung mit seiner Sekretärin Eva Gruhn mit. Nach der Hochzeit wurden Informationen aus ihrer Vergangenheit bekannt, die dazu führten, daß Blomberg bei Hitler in Ungnade fiel und seinen Abschied als Reichswehrminister nehmen mußte. Der Oberbefehlshaber des Heeres, General Freiherr von Fritsch galt nun als aussichtsreichster Bewerber für seine Nachfolge, die von den Nationalsozialisten aber nicht gewünscht wurde. Hitlers Absicht war es, einen ihm bedingungslos gehorchenden Mann an die Spitze des Militärs zu setzen. Um Fritsch zu diskreditieren, hatte die Geheime Staatspolizei (GeStaPo) eine Akte über einen homosexuellen Rittmeister von Fritsch erstellen lassen. Diese Namensgleichheit nutzte man nun, um eine Akte über den General Fritsch zu fälschen. Als Hitler Beck diese Anschuldigungen gegen Fritsch mitteilte, war er entsetzt aber auch zu anständig, um sich vorstellen zu können, daß Männer in diesen hohen Stellungen derart niedrige Intrigen einfädeln könnten. Beck setzte sich dafür ein, Fritschs Unschuld nachzuweisen. Er ging dabei vorsichtig vor, um nicht seine eigene Entlassung zu provozieren; er glaubte, er müsse im Amt bleiben, um seine Ideen zur Reorganisation des Oberkommandos durchzusetzen. Beck entdeckte den Ursprung der Intrige in Partei- und SS-Kreisen. Als sein Oberquartiermeister Generalleutnant Halder in einer leidenschaftlichen Auseinandersetzung von Beck einen militärischen Einsatz gegen die GeStaPo-Zentrale in der Prinz-Albrecht-Straße forderte, erwiderte Beck, daß „Revolution“ und „Meuterei“ Begriffe seien, die im Wortschatz des deutschen Offiziers keinen Platz hätten. Obwohl die Intrige im März 1938 durch die die Untersuchung führenden Kriegsgerichtsräte aufgedeckt wurde, gelang es Hitler, der konservativen Führungsschicht in der Wehrmacht einen schweren Schlag zuzufügen. Als Nachfolger Fritschs setzte Hitler General von Brauchitsch in das Amt des Oberbefehlshabers des Heeres ein. Hitler übernahm selbst die direkte Führung der Wehrmacht und nannte sich von da an „Führer des deutschen Reiches und Volkes und Oberbefehlshaber der Wehrmacht“

„… die Schaffung des Oberkommandos der Wehrmacht als seines persönlichen Führungsorgans in Art eines Neben-Generalstabs zeigten deutlich den Griff des Diktators nach stärkerer Beherrschung des militärischen Instruments. Beck hat die damit verbundene Reduzierung der Bedeutung seiner Dienststellung erkannt.“[20]

Hatten die innenpolitischen Vorgänge im nationalsozialistischen Deutschland bereits einen Denkprozeß der Ablehnung initiiert, so implementierten die außenpolitischen Ziele und Maßnahmen des NS-Regimes endgültig die Abneigung zum Nationalsozialismus und bedeuteten letzten Endes den Entschluß Becks, dem Regime den Rücken zu kehren.

Hitlers Entschluß, sich aus der Abrüstungskonferenz zurückzuziehen und aus dem Völkerbund auszutreten, hatte Deutschland völlig isoliert. Beck teilte zwar Hitlers Motive für diesen Schritt, dennoch hielt er ihn für äußerst gefahrvoll und befürchtete feindselige Reaktionen der anderen europäischen Großmächte. Beck schrieb am 14. Dezember 1933, daß die Verteidigungsüberlegungen unbedingten Vorrang haben mußten: „Unsere militärpolitische Lage verlangt rasche Beseitigung des Zustands völliger Wehrlosigkeit. Der Angriff muß für unsere Nachbarn zum Risiko werden..“[21] In seinen Reaktionen läßt Beck erkennen, daß er zwar mit den außenpolitischen Nahzielen Hitlers konform ging, aber die Mittel verwarf, mit denen sie angestrebt wurden. Er hatte keine Einwände dagegen, Machtpolitik zu betreiben, aber er verabscheute die „unredlichen“ Methoden der nationalsozialistischen Täter. Seine Kritik an Hitler allerdings hielt sich in Grenzen und blieb grundsätzlich loyal. Der „Führer“ war in seinen Augen einfach schlecht beraten. Insbesondere beunruhigten Beck die Plötzlichkeit und die Eigenmächtigkeit der Aktionen Hitlers. Die Rechte kleinerer Staaten wie Österreich oder der Tschechoslowakei interessierten Beck nicht sonderlich: „… Auch für Beck waren der Anschluß Österreichs und sogar eine Zerschlagung der Tschechoslowakei legitime nationale und machtpolitische Ziele des Reiches, hierfür durfte aber nach seiner Lagebeurteilung kein europäischer Konflikt ausgelöst werden, der in letzter Konsequenz wegen Überforderung der eigenen Kräfte zur Niederlage Deutschlands führen müßte.“[22] Becks Ziel war nie eine Zusammenarbeit der Staaten auf europäischer Handlungsebene sondern vielmehr ein Zusammenspiel der Großmächte bei der Verteilung der Beute, und seine Strategie war deutlich auf die Errichtung einer deutschen Hegemonie in Zentraleuropa ausgerichtet.
Als Hitler im November 1937 seinen Generälen für 1938 ein militärisches Vorgehen gegen Österreich und der Tschechoslowakei, selbst unter der Gefahr einer militärischen Intervention Großbritanniens und Frankreichs ankündigte, lehnte Beck diesen Weg ab. Da sich 1938 die Österreich-Frage allerdings gewaltlos löste, wurde die Konfrontation Beck vs. Hitler, auf den 20. April 1938 vertagt.

Hitler befahl dem Oberkommando der Wehrmacht (OKW) Kriegsvorbereitungen gegen die Tschechoslowakei zu treffen. Nach Becks Lagebeurteilung bedeuteten diese Kriegspläne eine einzige Katastrophe. Becks Bedenken waren realer Natur: „So wünschenswert an und für sich aus machtpolitischen Interessen des Reiches die Ausschaltung der Tschechoslowakei wäre, so ließe sich dieser Konflikt nicht lokalisieren und führe zwangsläufig zum Krieg gegen die beiden Westmächte. Diesem Kampf sei Deutschland vom militärischen und wirtschaftlichen Potential her nicht gewachsen.“[23] Beck wandte sich mit mehreren Denkschriften an die Staatsführung um die militärische Intervention abzuwenden. Treffend diagnostizierte er: „Wenn man die Augen und Ohren offen hält, wenn man sich durch falsche Zahlen nicht selbst betrügt, wenn man nicht in dem Rausch einer Ideologie lebt, dann kann man nur zu der Erkenntnis kommen, daß wir zur Zeit wehrpolitisch (Führung, Ausbildung und Ausrüstung), wirtschaftspolitisch und stimmungspolitisch für einen Krieg nicht gerüstet sind.“[24] Er appellierte an die Vernunft der Politiker und Generäle: „Alle aufrechten und ernsten deutschen Männer in staatsverantwortlichen Stellungen müssen sich berufen und verpflichtet fühlen, alle erdenklichen Mittel und Wege bis zur letzten Konsequenz anzuwenden, um einen Krieg gegen die Tschechei abzuwenden, der in seinen Auswirkungen zu einem Weltkrieg führen muß, der das finis Germanae (Ende Deutschlands, Anmerkung des Verf.) bedeuten würde.“[25]

In einer Vortragsnotiz zur Vorlage der Julidenkschrift befinden sich dann auch die Worte dokumentiert, die in der Ehrenhalle der Generaloberst-Beck-Kaserne in Sonthofen, dem Standort der Schule für Feldjäger und Stabsdienst, verewigt sind und die an den ethischen Impetus des heutigen Soldaten mahnen: “ … Es ist ein Mangel an Größe und an Erkenntnis der Aufgabe, wenn ein Soldat in höchster Stellung in solchen Zeiten seine Pflichten und Aufgaben nur in dem begrenzten Rahmen seiner militärischen Aufträge sieht, ohne sich der höchsten Verantwortung vor dem gesamten Volke bewußt zu werden.“[26]

 

Widerstand gegen das nationalsozialistische Herrschaftssystem und der Aufstand des 20. Juli 1944

Nachdem Hitler Beck’s Einwänden gegenüber kein Gehör zollte, demissionierte Beck am 18. August 1938. In einem letzten Verzweiflungsschritt versuchte Beck die gesamte hohe Generalität zu einem Kollektivrücktritt zu bewegen; dieser Versuch scheiterte allerdings. „In einer seiner letzten Amtshandlungen befahl er, seiner großen Denkschrift vom Juli folgende Anmerkung anzufügen: …Um unsere Stellung den Historikern gegenüber in der Zukunft klarzumachen und den Ruf des Oberkommandos des Heeres sauberzuhalten, wünsche ich als Chef des Generalstabes zu Protokoll zu geben, daß ich mich geweigert habe, irgendwelche nationalsozialistischen Kriegsabenteuer zu billigen.“[27]

Da Beck nach seiner Demission nicht mehr an die Pflichten und den Eid des Offiziers gebunden war, gelangte er in schweren inneren Kämpfen zu der Einsicht, daß die Rettung Deutschlands vor den Folgen einer militärischen Niederlage nur durch den Sturz Adolf Hitlers zu bewerkstelligen wäre. Diese deutliche und kompromißlose Wende im Denken und Handeln Becks, verdichtete sich durch militärische, moralische und politische Konklusionen. Becks Widerstand in den Jahren 1939 und 1940 war die konsequente Fortführung seiner Bemühungen als Generalstabschef, den Krieg mit legalen Mitteln zu verhindern, bzw. zu beenden. Sein Widerstand gegen den Krieg bedeutete jedoch keinen grundsätzlichen Wandel seiner außenpolitischen Zielvorstellungen. Noch immer glaubte Beck an Deutschlands Recht zur Revision des Versailler Vertrags – jedoch im Gegensatz zu Hitler glaubte Beck, daß diese Ziele nur im Einklang mit den anderen europäischen Großmächten zu erreichen wären. Bis Mitte 1942 war jedoch die Sache des Widerstandes gelähmt durch die militärischen Erfolge der Wehrmacht. Erst mit dem Einmarsch der Wehrmacht in die Sowjetunion (Fall Barbarossa) im Juni 1941 und der Erkenntnis, daß ein Zwei-Fronten-Krieg nicht zu gewinnen sei, erlangte die Widerstandsbewegung neue Impulse. Beck war nun zur zentralen Integrationsgestalt des Widerstandes avanciert, der zivile und militärische Verschwörer zusammenführte. Beck wurde dazu ausersehen, nach Herbeiführung eines Umsturzes das provisorische Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches zu werden. Um die Soldaten der Wehrmacht aus ihrer Eidbindung zu lösen, billigte Beck seit Ende 1942 auch den Tyrannenmord – bis dahin hatte Beck Attentatspläne gegen Hitler grundsätzlich abgelehnt. War der Entschluß zum Widerstand aus rationellen politischen und militärischen Elementen geboren worden, so gewann mit zunehmender Hoffnungslosigkeit einer Erfolgsaussicht der Widerständler, Mitte 1944 ein ethischer Ansatz an Bedeutung: „Das Entscheidene ist nicht, was aus diesem oder jenem persönlich wird, das Entscheidene ist nicht einmal die Folge für das Volk, sondern entscheidend ist die Unerträglichkeit, daß seit Jahr und Tag im Namen des deutschen Volkes Verbrechen auf Verbrechen und Mord auf Mord gehäuft wird und daß es sittliche Pflicht ist, mit allen verfügbaren Mitteln diesen im angemaßten Namen des Volkes geübten Verbrechen, Einhalt zu tun.“[28]

Als Stauffenberg am 20. Juli 1944 das Attentat auf Hitler im Führerhauptquartier „Wolfsschanze“ verübt, löst Beck den Staatsstreich aus und übernimmt entschlossen seine Führungsrolle im militärischen Widerstand. Der Ausgang ist hinlänglich bekannt. Als die Nachricht vom Überleben Hitlers bekannt wurde, brach der „Aufstand des Gewissens“[29] innerhalb weniger Stunden zusammen. Vergeblich versuchte Beck das Scheitern zu verhindern und Mitverschworene und Wankelmütige zu weiteren Aktionen anzuhalten. Am 20. Juli 1944, gegen 22 Uhr überwältigte Generaloberst Fromm mit der Unterstützung hitlertreuer Offiziere die Widerständler und zwang Beck zum Selbstmord.

„Mit General Ludwig Beck starben Idee und Tradition preußischen Soldatentums: selbstlose Pflichterfüllung im Dienst des Vaterlandes und eine in ritterlichem Geist wurzelnde Tapferkeit“[30].


Schlußwort

Becks Entwicklung zum Oppositionellen und schließlich zum konsequenten Widerständler und Verschwörer war keineswegs ein stringenter Weg. Auf lange Strecken hin war er durch eine Entwicklung gekennzeichnet, durch vielfältige Versuche dem NS-Regime jenen Charakter zu geben, bzw. zu erhalten, den der General von seinen Idealvorstellungen her, auf den Staat Hitlers projizierte. Becks Staatsideal war geprägt im Rahmen einer Entente von Nationalsozialismus und traditioneller Eliten; mit fortschreitender Desillusionierung hinsichtlich der Realisierungschancen begann sein Weg in die Opposition.

Ab dem Moment der Erkenntnis, als Beck klar wurde, daß Hitler nicht geneigt war, sich mit den Trägern der Armeeführung in vertrauensvoller Partnerschaft über die machtpolitischen Perspektiven und Aktionen des Reiches zu beraten, sondern – wie es 1938 dann geschah – einen überfallartigen und aussichtslosen Krieg, aus eigenem Willensakt, beginnen zu wollen, da hatte Hitler aus der Sicht Becks selbst gegen eines der bedeutendsten Prinzipien des „Dritten Reiches“, die Zwei-Säulen-Theorie, verstoßen und damit den Ententecharakter des Systems in Frage gestellt.

Tragisch für Beck war, daß es sich als verhängnisvoll herausstellte, daß sein professionelles Wirken, seine Militär- und Aufrüstungspolitik, inzwischen Fakten geschaffen hatte, die ihm jegliche systemkonforme Gegenwirkung unmöglich machten.

Insofern muß am Ende dieser Ausführungen über Generaloberst Ludwig Beck, die Eingangsbetrachtung über seinen Wandel von einem in preußischer Pflichterfüllung handelnden Offizier, zu einem sich dem Widerstand verpflichteten Zivilisten widersprochen werden. Becks Weg in den Widerstand lag begründet in seiner Pflichtauffassung. Zunächst aus realpolitischer, später immer mehr aus ethischer Überzeugung handelnd, mußte Beck aus seinem Verständnis von Pflicht und Offiziersehre den Weg in den Widerstand finden. Beck war der geistige Vater des Widerstandes, nicht der Mann der Tat. Beck führte keine Truppen, aber er war der Mann, der die ethischen Grundlagen lieferte, auf denen dieser Widerstand sich formierte. Er war der Mahner, der das Offizierkorps an seine, über die Gehorsamspflicht hinausgehende Verantwortung gegenüber der Nation erinnerte, ansprach und in einzelnen Fällen mitziehen konnte. Davon Zeugnis abzulegen, …daß die deutsche Widerstandsbewegung vor der Welt und vor der Geschichte unter Einsatz des Lebens den entscheidenden Wurf gewagt hat…“[31], dies ist die historische Bedeutung des Generaloberst Ludwig Beck im Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime.

 

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Hauptmann A. Birke, Juli 2000
mit freundlicher Genehmigung zur Veröffentlichung auf militarypolice.de


Fußnoten    (↵ zurück zum Text)

  1. Greiselis
  2. Vgl. Greiselis
  3. Reynolds
  4. Greiselis
  5. Vgl. K.-J. Müller
  6. Dolchstoßlegende: Nach 1918 begannen in Deutschland rechtsgerichtete Kreise die Behauptung zu verbreiten, die deutsche Niederlage sei nicht aus militärischen und wirtschaftlichen Gründen erfolgt, sondern allein Schuld der deutschen demokratischen Politiker und der revolutionären Unruhen. Vor allem die ehemaligen Generäle von Hindenburg und Ludendorff, auf deren Drängen die deutsche Reichsregierung die Gegner 1918 um den Waffenstillstand ersucht hatte, waren an der Verschleierung der militärischen Niederlage interessiert. Sie fanden viele Anhänger, daß das deutsche Heer „im Felde unbesiegt“ den Krieg nur verloren habe, da ihm von den „Novemberverbrechern“ in der Heimat der Dolch in den Rücken gestoßen sei. Die Dolchstoßlegende erzeugte / untermauerte bei vielen eine starke Abneigung gegen den neuen demokratischen Staat und seine Politiker.
  7. Beck zitiert bei Foerster
  8. Stülpnagel, Karl-Heinrich v. (1886 – 1944, hinger.), 1938 – 1940 Oberquartiermeister I im GenSt des Heeres, 1940 Vors. des dt. Waffenstillstandskomm., 1942 Militärbefh. in FR. (Zentrum des militärischen Widerstandes in FR.)
  9. Greiselis
  10. Reynolds
  11. Greiselis
  12. Greiselis
  13. K.-J. Müller
  14. K.-J. Müller
  15. Reynolds
  16. Werner Freiherr von Fritsch (1880 – 1939, gefallen), 1934 Gen. der Artillerie, 1934 – 1935 Chef der Heeresleitung, 1936 GenOberst, 1935 – 1938 Oberbefehlshaber des Heeres
  17. Beck zitiert bei Hornung
  18. SS-Verfügungstruppe, später Umbenennung in Waffen-SS
  19. Foerster
  20. Greiselis
  21. Reynolds
  22. Greiselis
  23. Beck zitiert bei Greiselis
  24. Beck
  25. Beck
  26. Beck
  27. Greiselis
  28. Beck
  29. Leber
  30. Reynolds
  31. Hornung

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