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Wieso Y?

Veröffentlicht von HD am 10.07.2003

Sehr begrüßt habe ich das neue Magazin der Bundeswehr. Besonders hat mich die Bezeichnung Y gefreut. Doch nehme ich an, dass niemand mehr weiß, warum der Buchstabe Y das Kennzeichen der Kraftfahrzeuge der Bundeswehr wurde.

Deshalb will ich in meinem 93. Lebensjahr noch rechtzeitig darüber berichten.

Ich war 1952 von der damaligen Dienststelle Blank gefragt worden, ob ich bei der Vorbereitung neuer Streitkräfte mitarbeiten wolle, insbesondere aufgrund meiner Erfahrungen im und nach dem Krieg auf den Gebieten der Rad- und Kettenfahrzeuge, der Organisation und Ausbildung der Instandsetzungsdienste und auch des Kraftfahrwesens. So kam es, dass ich auch an einer Tagung der Bundesministerien in Flensburg teilnahm, in der die neuen Kennzeichen der Kraftfahrzeuge festgelegt wurden, wie z.B. M für München. So auch für Bahn, Post, BGS. Ich sollte als Vertreter der geplanten Streitkräfte einen Vorschlag machen. Wegen der voraussichtlich großen Zahl der Fahrzeuge war wie bei Großstädten nur ein Buchstabe möglich. Auf meine Frage welche Buchstaben noch frei wären, wurde mir X und Y genannt. Ich entschied mich für Y. Den Namen „Bundeswehr“ für die neuen Streitkräfte gab es noch nicht.
Im neuen Verteidigungsministerium war für das Kraftfahrwesen ein Referent, Oberst Dipl.-Ing. Bock, zuständig. Er wurde von Franz Josef Strauß, der der Minister geworden war, gefragt, wieso ein solch blödsinniges Y das Kfz-Kennzeichen geworden sei. Oberst Bock fragte mich – ich war inzwischen in der Personalabteilung für technische Offiziere des Heeres zuständig – und ich schilderte ihm den Hergang der Kennzeichen-Auswahl.

Da bereits viele Fahrzeuge von der neuen zentralen militärischen Kraftfahrstelle eine Nummer mit dem Y erhalten hatten, blieb es dabei.

 

Brigadegeneral a.D. Kurt Vogel, Planegg

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