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Feldjägerdienstkommando Salto di Quirra/Sardinien

Veröffentlicht von HD am 15.08.2003

Wie es auch in Kanada und Großbritannien ein Feldjägerdienstkommando gab, so gab es auch auf der italienischen Mittelmeerinsel Sardinien ein Feldjägerdienstkommando.

Ein Artikel von HW.

 

Die Vorbereitungen für die Feldjäger begannen in Deutschland schon mit dem Einkleiden des Sommeranzuges, sandfarben. Eine leichte, aber strapazierfähige Baumwollqualität. Mit einer Transall C 160 der Luftwaffe ging es dann für die Feldjäger, die von verschiedenen Feldjägerdienstkommandos aus dem Raum Koblenz – Marburg kamen, ab Fliegerhorst Ahlhorn (Niedersachsen) nach Decimomannu, einem Fliegerhorst im südlichen Teil auf der Insel Sardinien.

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Die Weite der Berge in Sardinien (1972, © HW)

Da „Deci“ von der Bundeswehr-Luftwaffe genutzt wird, trifft man hier natürlich viele Bundeswehr-Luftwaffensoldaten. Mit Omnibussen der italienischen Streitkräfte ging es weiter zu einem Camp auf dem Truppenübungs/Schießplatz Salto di Quirra. Dieser liegt auf der Ostseite im südlichen Teil der Insel. Die nächste Ansiedlung ist Villaputzu und liegt zwischen den Orten Arbatax und Muravera.

 

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Typische Türme auf Sardinien (Foto von 1972, © HW)

Bundeswehr-Flugabwehrsoldaten vom Heer übten hier den scharfen Schuss auf fliegende Ziele. Die übende Truppe aus Deutschland wurde für bis zu zwei Wochen ebenfalls mit einer Transall C 160 nach „Deci“ eingeflogen. Bundeswehr -Fahrzeuge, -Waffen und -Gerät wurden mit dem Schiff nach Arbatax gebracht und verblieben dann auf dem Übungsplatz mit dem Stammpersonal, zudem auch die Feldjäger gehörten. Den ersten Kontakt mit den italienischen Polizeiorganisationen bekamen dann die Feldjäger, als sie ihre Fahrzeuge, Waffen und Gerät vom Hafen in Arbatax abholten, und schon hatten sie auch ihren ersten Auftrag: Marschbegleitung für die Flak-Panzer und für die dazu gehörigen Fahrzeuge vom Hafen in Arbatax nach Salto di Quirra.

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Cagliari/Sardinien (1972, © HW)

Der Feldjägerdienst wurde im 24 Stunden-Rhythmus durchgeführt. Am Tag hielten sich die Feldjäger, die im Dienst waren, überwiegend im Camp auf, führten Marschbegleitung durch oder erledigten den „Schreibkram“. Die Feldjäger, die dienstfrei hatten, lagen natürlich, wenn das Wetter es zuließ, am schönen sandigen Strand, der nur ein paar hundert Meter entfernt war. Am Abend wurde Militärischer Ordnungsdienst, oft zusammen mit Carabinieri (italienische Polizei, die dem Heer untersteht), in den Orten Villaputzu und Muravera durchgeführt. Die übende Truppe genoss nicht nur den schönen Strand und die schöne Landschaft, sondern auch den guten Wein, was manchmal nicht ohne Folgen blieb. Deswegen wurde dieser Streifendienst auch fast immer mit dem Feldjäger-VW-Bus durchgeführt.

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Typische Türme auf Sardinien (1972, © HW)

Zum weiteren Auftrag der Feldjäger gehörte das Begleiten der übenden Truppe vom Fliegerhorst in „Deci“ zum Camp und zurück. Ferner gehörte die Begleitung von Geldtransporten der Bundeswehr von „Deci“ zum Camp nach Salto di Quirra zu den Aufträgen der Feldjäger. Diese Begleitung wurde in Zivil, aber bewaffnet durchgeführt. Leider gab es auch Unfälle mit Bundeswehrkraftfahrzeugen, zum Teil auch mit verletzten Soldaten. Diese Unfälle wurden natürlich auch von den Feldjägern aufgenommen.

Zum Kontakt mit der Bevölkerung ist zu sagen, dass die Sarden sehr herzlich gegenüber den deutschen Soldaten waren. Oft wurden die Feldjäger auch privat nach Hause eingeladen, viele Sarden sprachen auch deutsch und als wir schon lange wieder in Deutschland waren, kamen immer noch Grüße von der Polizia, Capitain Bruno und von den anderen per Karte zu Weihnachten und anderen Feiertagen. Abgelöst auf Sardinien wurden die Feldjäger von Kameraden, die aus dem Raum München kamen.

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Eine steife Brise wehte dem FJg am Strand auf Sardinien um die Ohren (1972, © HW)

 

Es ist uns aber allen bewusst, dass diese Auslandeinsätze von damals keinen Vergleich mit den heutigen Auslandeinsätzen der Feldjägertruppe standhalten.

 

HW

 

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