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Kommando: Aufsitzen!

Veröffentlicht von HD am 08.04.2004

Der folgende Artikel über die Eskorte der 4./FJgBtl 350, Bonn stammt aus dem Jugendmagazin der Bundeswehr „Infopost“, Ausgabe 4/2003.

 

Kommando: Aufsitzen!

Eskorte1 in Kommando: Aufsitzen!

Was viele nicht wissen; es gibt auch Polizisten in Tarnfleck: Die Feldjäger sind die Ordnungshüter der Bundeswehr. Sie kontrollieren Gefahrguttransporte, machen militärische Verkehrskontrollen, forschen nach unerlaubt abwesenden Soldaten und eskortieren hochrangige Gäste, z. B. militärische Staatsgäste, Generale sowie ausländische Verteidigungsminister.

Militärpolizeiliche Aufgaben erfüllen Feldjäger im Inland und bei Auslandseinsätzen in Krisenregionen. In Deutschland gibt es insgesamt 32 Feldjägerdienstkommandos. Eines davon ist auf der Bonner Hardthöhe im Bundesministerium der Verteidigung stationiert. Es handelt sich dabei um die in Bonn verbliebene 4. Kompanie des Feldjägerbataillons 350. Die 1. bis 3. Kompanie haben ihren Sitz seit dem Regierungsumzug in Berlin. Der Arbeitsplatz von Oberleutnant Mike S. ist Bonn.
Der gebürtige Brandenburger – seit Juli 2000 Eskorteoffizier – hat die Verantwortung für die Planung und Durchführung der Ehreneskorte der Bundeswehr im Großraum Bonn.

Seine militärische Laufbahn begann 1993, vier Jahre nach der „Wende“, in der Freiwilligen-Annahmestelle Ost. Dort bewarb sich der gelernte Zerspannungsmechaniker, der eigentlich immer schon zur Polizei wollte, um eine Stelle bei der Militärpolizei der Bundeswehr – zunächst in der Laufbahn der Unteroffiziere. Nach der dreimonatigen Grundausbildung folgten Fahrschule und ein halbes Jahr Unteroffizierlehrgang an der Schule für Feldjäger und Stabsdienst in Sonthofen/Allgäu. Dort erfuhr der ehrgeizige Soldat auf Zeit von der Möglichkeit, in die Offizierlaufbahn übernommen zu werden und stellte sofort einen entsprechenden Antrag. Nach bestandener Prüfung an der Offizierbewerberprüfzentrale in Köln wurde er zunächst zum Stabsunteroffizier befördert und ab dem 1.7.1996 in die Offizierlaufbahn integriert.
In den Jahren 1998 bis 2000 sammelte er als Fähnrich und später als Oberfähnrich im Feldjägerdienstkommando Berlin sowie als Leutnant im Stab des Feldjägerbataillons 701 in Leipzig Diensterfahrung. Seit Juni 2000 ist der Eskorteoffizier Zugführer des Eskorten- und Personenschutzzuges der 4./Feldjägerbataillon 350 und bei jedem Einsatz der Ehreneskorte dabei.

„Die Eskorte besteht aus einem Keil von Motorrädern, in dem je nach Dienstrang des hohen Gastes (VIP) drei, fünf bzw. sieben Motorräder mitfahren. Darauf folgt das VIP-Fahrzeug, danach der grüne Dienstwagen des Eskorte-Offiziers, der das „Schlusslicht“ der Eskorte bildet.
Der Keil wird auf der ersten Position vom Eskortenspitzenfahrer angeführt, das ist immer einer der besten Eskortenfahrer. Alle anderen Kradfahrer (Kraftradfahrer) richten sich im Einsatz nach ihm. Er gibt Tempo, Fahrtrichtung und per Handzeichen die Art der Formation an“, erklärt Oberleutnant S., der auch darauf hinweist: „Nicht jeder rasante Showfahrer ist auch ein geeigneter Eskortenfahrer – im Gegenteil – es geht dabei viel mehr um Präzision, Geschicklichkeit, Wendigkeit und eine große Konzentrationsfähigkeit.“

 

Eskorte2 in Kommando: Aufsitzen!

Zugführer Oberleutnant Mike S. bespricht den nächsten Eskorteneinsatz auf der Bonner Hardthöhe

 

Nach der Grundausbildung gehen die angehenden Kradfahrer in eine weitere Spezialgrundausbildung, kommen anschließend in die Kompanie und absolvieren Führerscheinlehrgänge. Auf ihrem Ausbildungsweg lernen sie physikalische Grundlagen, Fahrtechniken, Technik der Maschine in Theorie und Praxis. Gefahren- und Verkehrslehre sowie eine komplexe Rechtsausbildung gehören beispielsweise zum theoretischen Unterricht, über den jeweils schriftliche Prüfungen abgelegt werden müssen.
Die Praxisprüfung, z. B. in Reihe und versetzter Reihe zu fahren, Keilformation und Formationsfahren im Straßenverkehr, wird vom Kommandeur des Feldjägerbataillons persönlich abgenommen.
„Nur wer auf dem Sicherheitsparcours beim Slalom- und Hindernisfahren durch besondere Geschicklichkeit auffällt, bekommt die Chance auf die Position des Eskortenspitzenfahrers“, betont der Eskorteoffizier.

Die Aufgabe der Ehreneskorte geht jedoch über die reine Begleitung der VIP-Fahrzeuge hinaus. Neben dem protokollarischen Auftrag hat die Eskorte einen Sicherheits- und Schutzauftrag gegenüber ihrem VIP-Gast. Es kommt auch schon mal vor, dass die Kradsoldaten des 3. Eskorten- und Personenschutzzuges am Straßenrand stehen und ihrer Funktion als Feldjäger nachgehen, indem sie z. B. ihre Kameraden in Militärfahrzeugen kontrollieren. Allerdings immer mit „von der Partie“ sind sie, wenn es heißt: „Herr Minister, ich melde Ihnen die Ehreneskorte der Bundeswehr zur Stelle.“

 

Eskorte3 in Kommando: Aufsitzen!

So eine BMW K 75 will gepflegt sein – Stabsunteroffizier Sebastian S. und seine Kameraden machen´s gerne

 

Text: Monika Mitrevska

Mit freundlicher Genehmigung zur Weiterveröffentlichung.

 

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